*** – Küche totalitär. Das Kochbuch des Sozialismus von Wladimir Kaminer, Olga Kaminer

Aus der Amazon.de-Redaktion
Sie besitzen einen robusten Magen? Schlagartige Gewichtszunahme um mehrere Kilo nach Genuss der „Torte Birkenstamm“ stellt für Sie kein größeres Problem dar? Kartoffeln, tonnenweise und in allen Variationen, zählen zu Ihren Leibspeisen? Ihre Leber steckt auch größere Fettmengen spielend weg? Für klebrige, ziegelsteinschwere Süßspeisen gäben Sie alles? Von Hochprozentigem ganz zu schweigen. Diesen kleinen Fragenkatalog sollten Sie sorgsam durcharbeiten, bevor Sie sich Wladimir Kaminer auf seinem neusten Trip anvertrauen. Gemeinsam mit seiner Frau Olga durchstreift das russische Wunderkind die kulinarischen Gefilde seiner früheren Heimat. Ein scharfes Vergnügen erwartet Sie! Ach ja, Rezepte gibts auch.

Geschichtliche und geopolitische Kurzabrisse der früheren Sowjetrepubliken in gewohnt lakonischem Kaminer-Kammerton verstehen sich von selbst. Auch an die launigen Menschenbilder und Schnurren — meistens spitzbübisch den kürzesten Weg zur Pointe erschnüffelnd — hat man sich gewöhnt. Absolut gewöhnungsbedürftig sind jedoch die lokalen Spezialitäten aus Usbekistan, Sibirien und Co. Was jeden europäischen Sternekoch in den Suizid treiben dürfte, Fleisch wird gnadenlos graugekocht oder gleich durch den Wolf gedreht (ein Lieblings-Küchenutensil der Russen), um anschließend mit etwas übergossen zu werden, was nur vage ans hiesige „Dressing“ erinnert. Sättigungsbeilagen „Marke bleischwer“ machen das obligatorisch gereichte Feuerwasser mehr als nötig. Selbst „Grünkükü“, dessen Zutaten jedes Ökoherz höher schlagen lässt, wird spätestens nach der Zugabe von acht Eiern zur letalen Killervorspeise.

Ach, Kaminer macht schon Spaß, wenn er Sibirien, diese deutsche TV-Seelenlandschaft, wie er verwundert anmerkt, auf der Suche nach Essbarem durchstreift, aus der Ukraine die „Fischrolle ‚Das Geheimnis'“ an Land zieht (trockene Gelatine darüberstreuen!), oder von Gleb, dem Armeekumpel berichtet, der seine geliebten weißrussischen Bratkartoffeln aus purer Not in Vaseline briet, ein Versuch der uns gnädig erspart bleibt. Kaminers sozusagen mit stoischer Miene vorgetragenen Lausbubengeschichten, wie auch seine spitz milden Kommentare zur — zugegeben recht problematischen Politik einiger ehemaliger Sowjetstaaten — werden die stattliche Hitliste seiner bisherigen Bücher garantiert um ein weiteres bereichern. –Ravi Unger

Meine Kurzkritik

Ach ja Kaminer… Kaum hat man einen gewissen Berühmtheitsgrad erreicht kann man scheinbar alles verkaufen: Hape einen Reiseführer, Manuel Andrack einen Wanderführer und kochen kann eh jeder dachte sich Kaminer und schickte sich an seine Landsleute kulinarisch unter die Lupe zu nehmen. Das würde sich für Deutschland so lesen: Die Bayern sind ein sehr eigenes Völkchen und wer ihr Land besucht und die Volkslieder mitsingt und Trachten trägt wird herzlich in ihrer Mitte aufgenommen, sollte man sich jedoch weigern das bajuwarische Wirgefühl mit Bier hinunterzuspülen, dann beschimpfen sie einen mit „Saupreuß“.

Mein Freund Paul und ich saßen also im Bierzelt und bestellten Weißwurscht mit „Obatzda“, als dann diese Familie hereinkam … einige Seiten später…

Rezepte für:

– Weißwurscht

– Obatzda

– Brezel

Ja das ist lustig, aber wir sind hier in Deutschland und KAminer schreibt über RUSSLAND (ganz weit weg hinter den Bergen ohhh), dann wird das noch viel viel lustiger.

Genug! Das Buch läßt sich Gottseidank, schnell gelesen und man braucht sich keinen Gedanken zu machen. Er spielet mit unseren Vorurteilen über die Bevölkerung der ehemaligen Sowjetunion und das wars. Aber es ist auch nicht wirklich schlecht.

und vielleicht schmeckt das Essen sogar gut, sind ja keine Bilder dabei 😦

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