*** – Der Koch von Martin Suter

Aus der Amazon.de-Redaktion
Andrea hat Maravan Vilasam schon eine ganze Weile im Blick. Noch keine zehn Tag ist die attraktive Frau Servicekraft im Zürcher Nobelrestaurant „Chez Huwyler“, aber es reicht, um zu begreifen, dass der Asylant aus Sri Lanka weit unter seinem Niveau beschäftigt ist. Offiziell ist Maravan als Tellerwäscher und Handlanger angestellt, aber die Köche des Restaurants benutzen sein Talent zum Gestalten von dreilagigen Millefeuilles mit marinierten Waldbeeren in knusprigen Blätterteig-Arlettes gern, um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Gedankt indes wird es ihm nie.Von Kindesbeinen an gilt Maravans große Liebe der Kochkunst. Als ihm gekündigt wird, tut er sich mit Andrea zu einem Catering-Service namens „Love Food“ zusammen, der sich darauf spezialisiert, die Geschlechter über das sinnliche Band raffinierter Speisen zusammenzuschweißen. Bald macht er dabei auch Bekanntschaft mit der Welt der Banken und der Politik. Und da geht es ein ums andere Mal recht anrüchig zu…

“Sonst saßen da: ein Autoimporteur, ein Inhaber einer Werbeagentur und ein nicht ganz freiwillig abgetretener Bankpräsident, alle mit ihren großen, dünnen, blonden zweiten Frauen“: Es gibt nicht viele Autoren, die mit so wenig Aufwand ein solches Maß an Atmosphäre, sozialkritischer Doppelbödigkeit und – hier: in die Syntax hineingerutschtem – Humor hervorzaubern können. Schon allein wegen solch appetitlicher Nuancen hat sich die Lektüre von Der Koch schon gelohnt.

Die Zutaten, aus denen der Schweizer Autor Martin Suter seinen Roman Der Koch gemixt hat, mögen nicht alle neu sein. Vom Problem der Eidgenossen mit Ausländern und ihrer Vorliebe für die Hochfinanz hat man auch schon anderswo gelesen. Und manchmal hat Suter sein Lesemenü auch etwas überwürzt. Aber das ist nur ein schnell verflogener Beigeschmack. Denn im Großen und Ganzen ist Der Koch wieder ein überaus gut lesbares, frisches Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
– Stefan Kellerer

kulturnews.de

Maravan ist tamilischer Asylant, der mit aphrodisischen Menüs die Potenzprobleme der Züricher Hochfinanz verkocht. Als Zwischengänge gibt es Waffenschieberei, die Bankenkrise erreicht ihren Kulminationspunkt, und durch den Asylanten Maravan erfährt man viel Eindringliches über den Bürgerkrieg in seiner Heimat in Sri Lanka. Martin Suters Problem: Er liefert uns zu viele Gänge, und am Ende sind wir überfressen an unterschiedlichsten Geschichten. Was soll der Blick ins Wohnzimmer eines internationalen Vermittlers und Waffenschiebers? Viel mehr hätte interessiert, wie das Agieren der tamilischen Widerstandsbewegung in der Schweiz im Detail funktioniert. Aber dafür ist Suter halt doch zu sehr in die Schweizier Hochfinanz verliebt. Klares Kaufargument für den neuen Suter hingegen ist, dass im Anhang alle Rezepte zum Love Menu stehen, mit dem Maravan das Liebesleben der High Society Zürichs nach vorne bringt. Aber ob’s ohne den genialen Koch wirkt? (jw)

Kurzkritik von mir:

Leider nur drei Punkte, denn Suter kann es besser: Die Geschichte doch vorhersehbar, der Sprachwitz fehlte mir völlig und doch trotzdem so spannend, dass ich es nacheinander weggelesen habe. Aber das was ich an einer Suter-Geschichte sonst so schätze fehlt völlig. Schade.

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