Diesen Sonntag waren wir bei der Brandenburger Landpartie. Und sitzen im Käsehof in Flatow bei Kuchen und Kaffee, als Conrad auf die Toilette geht. Er macht die Tür zu und wir beide denken `sollen wir mit? ihm helfen, nein er ist ja schon groß` - `nein, dass schafft er` und bleiben sitzen, und sitzen und sitzen… Eine Frau will auch auf diese Toilette und sie bleibt draußen stehen. Ist er denn immer noch nicht fertig, denkt der Vater, sonst geht doch das schneller denkt die Mutter. Sebastian steht auf und will nachsehen. Geht zur Tür und drückt, doch die Tür öffnet sich nicht. EINGESCHLOSSEN!! Super, das Kind wird aufgefordert die Tür aufzuschließen, das Kind weigert sich und möchte erstmal das WC putzen. Die ersten Leute werden aufmerksam. Ich komme hinzu und wir fordern gemeinsam auf die Toilette zu öffen. Conrad weigert sich weiterhin und putzt weiter. Ein Mitarbeiter des Cafes kommt mit einem Schlüssel, da aber auch ein Schlüssel inne steckt geht der nicht. Kind wird wiederholt aufgefordert den Schlüssel zu drehen oder ihn herauszuziehen oder beides. Kind begreift so langsam, dass es sich in einer misslichen Lage befindet und will mithelfen. Das gelingt leider nicht - Conrad wird leicht wütend. Es bildet sich eine kleine Menschentraube um uns - die guten Ratschläge kommen nun sekundenweise. Wir versuchen die Bolzen aus der Türangel zu bekommen - das gelingt uns leider nicht. Das Kind bekommt nochmal den Ratschlag wie die Türe zu öffen sei - ohne Erfolg; Conrad wird richtig wütend und bekommt einen Anfall. Der Behälter mit den benutzen Papiertaschentüchern fliegt durch die Gegend und wird großzügig im Raum verteilt.
So langsam fließen Tränen, aber wir sind dem Ziel noch keinen Schritt näher. Zusammen mit der Wirtin des Cafes nehmen wir den Lüftungsschutz aus der Türe jetzt sieht uns Conrad auch besser. Vorher hatte er immer nur danach getreten. Tanja erkundigt sich nach Conrad und bietet ihm zu Trinken an, er bekommt ein Sitzkissen. Ein paar Worte zu Beruhigung fallen. Ich nehme Conrads Händchen und streichle ihn ein bißchen. Er ist immer noch ein bißchen bockig und meint dass er das nicht schafft. Von Tanjas Tochter wird ein kleines Glücksschwein hereingereicht, an das sich nun das Kind klammert.
Die Vorschläge reichen nun von Polizei, feuerwehr, Schlüsseldienst und Scheibeeinschlagen. Die vielen anwesenden Kinder erzählen uns von ihren Erlebnissen mit verschlossenen Türen. Conrad wäscht sich erstmal die Hände. Die sind nun nass und ich denkemit nassen Händen bekommt er doch die Tür überhaupt nicht auf und forder ihn auf sich die Hände ganz trocken zu machen. Erst wilde Verzweiflung, dann doch trockene Hände und ein quasi letztes Anfeuern bevor die Fensterscheibe eingeschlagen werden soll und ich höre nun ein “Schnapp”, rüttle an der Tür, nein nichts. Noch mal aufmunternde Worte “Du schaffst das, das musst Du mal ganz allein hinbekommen, ich kann Dir nicht helfen, versuchs noch mal”. “Schnapp” und die Tür ist offen.
Nach einer guten Stunde habe ich meinen Conrad wieder und sage ihm wie toll er das gemacht hat, das mit dem aufschließen und wie blöde dieses Zuschließen war. Er war auch ganz glücklich und fühlte sich wie ein kleiner Held.

Neueste Kommentare